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{{Infobox Unternehmen
| Name = Enercon GmbH
| Logo =
| Unternehmensform = GmbH
| ISIN =
| Gründungsdatum = 1984
| Sitz = Aurich, Deutschland
| Leitung = Aloys Wobben, Hans-Dieter Kettwig
| Mitarbeiterzahl = ca. 12.000
| Umsatz = EUR 3,69 Mrd. (2010), (3,4 Mrd. (2009))
| Stammkapital = EUR 550.000.000 (seit Feb 2011)
| Weltmarktanteil = ca. 10 % <middle> (2008) mit 2.806 MW installierte Leistung <small>
| Branche = Windenergie
| Homepage = www.enercon.de
}}

Die '''Enercon GmbH''' ist der größte deutsche Hersteller von (Hrsg.): ''Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild''. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.</ref>

Unternehmensprofil

Enercon im Weltmaßstab

Weltweit beschäftigt die Enercon-Unternehmensgruppe mit zahlreichen Tochterunternehmen über 12.000 Beschäftigte und hatte 2009 einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro. Das Unternehmen besitzt über 45 % der Patente im Bereich der Windenergietechnologie weltweit. Eine weitere Besonderheit an Enercon ist, dass das Unternehmen unter den sieben führenden WEA-Herstellern (die einen kumulierten Marktanteil von über 90 % haben) die einzige nicht-börsennotierte Kapitalgesellschaft darstellt. Auf dem Weltmarkt stand Enercon 2010 unter den Windkraftanlagen-Herstellern an fünfter Stelle; dies gemessen an der neuinstallierten Anlagenleistung. Da die durch Enercon installierte Leistung in 2010 weltweit ca. 2800 MW betrug bei 3,69 Mrd Euro Umsatz, dürfte der Umsatz in 2011 mit installierten 3180 MW (weltweit) bei ca. 4,1 Mrd. Euro gelegen haben.

Produktionsstätten

Produktionsstätten von Enercon stehen in gefährdet, wird nach dem Rückzug der Investoren des Kraftwerks jedoch inzwischen weiterverfolgt.

In Ostfriesland ist Enercon nach dem Volkswagenwerk Emden der zweitgrößte Industriebetrieb. Auch in Magdeburg ist Enercon eines der größten privaten Unternehmen.

Geschichte

Anfänge

Der gebürtig aus in der dazu eigens gegründeten Firma ''Aero''. Dieses Prinzip hat Enercon auch bei seiner Expansion in den folgenden knapp zwei Jahrzehnten beibehalten: Neue Unternehmensbereiche wurden fast immer als neue Tochterunternehmen gegründet.

Zwei Jahre nach dem Produktionsstart der E-40 gelang Enercon mit der Entwicklung der E-66 ein wirtschaftlich großer Erfolg: Der Anlagentyp wurde insgesamt mehr als 2000-mal verkauft. Die Produktion hatte das Unternehmen zwischenzeitlich in ein Gewerbegebiet im Auricher Stadtteil Sandhorst ausgelagert, wo für die weitere Expansion des Unternehmens ausreichende Flächen zur Verfügung standen. Als nachteilig erwies sich jedoch, dass die Produkte ? vor allem die Rotoren ? auf dem Weg zu ihrem Aufstellort per LKW das Auricher Stadtgebiet queren mussten, weshalb Enercon später die Reaktivierung einer Bahnstrecke zum Abtransport der stets größeren Rotoren vorantrieb.

Mit dem Kauf einer Fertigungsstätte im brasilianischen Sorocaba (1996) begann die Auslandsexpansion des Unternehmens.

Industriespionage: Der Fall Kenetech Windpower Inc.

Medien berichteten seit Ende der 1990er Jahre, der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hätte 1994 das deutsche Unternehmen Enercon mit Hilfe von Echelon abgehört. Die so gewonnenen Daten seien dem amerikanischen Mitbewerber ''Kenetech Windpower Inc.'' übermittelt worden. Dieser hätte die Daten genutzt, um sich Zugang zu Enercons Kerntechnologien zu verschaffen und diese in den USA zu patentieren. Enercon sei dadurch der US-amerikanische Markt bis in das Jahr 2010 verschlossen gewesen.

Tatsächlich verhängte die zuständige US-Behörde, die U.S. International Trade Commission, im August 1996 ein Importverbot für Enercon bis zum 1. Februar 2010. Grund war, dass Enercon mit dem beabsichtigten Export von 280 Windkraftanlagen in die USA den Anspruch 131 des US-Patentes 5,083,039 verletzen würde. Das Patent wurde am 1. Februar 1991, drei Jahre vor der behaupteten Spionageaktion, von der kalifornischen Firma ''U.S. Windpower Inc.'' angemeldet. 1993 wurde ''U.S. Windpower'' in ''Kenetech Windpower Inc.'' umbenannt. Kenetech hat das Importverbotsverfahren gegen Enercon beantragt. Im Verfahren legte Kenetech auch Fotos von Bauteilen einer E-40-Windkraftanlage vor. Dieses Material wurde im März 1994 beim Besichtigen einer E-40 gewonnen, die Besichtigung fand mit Erlaubnis des Besitzers der Anlage statt. Die Gültigkeit des Patentes selbst wurde von Enercon in dem Verfahren vor der Kommission nicht angezweifelt<ref name=usitc />. Das Patent wurde (nach der Insolvenz von Kenetech im Jahre 1996) von der GE Wind Energy übernommen. Die Enercon-Zeitschrift ?Windblatt?, 2/2003, Seite 11, erläutert den Patentstreit aus der Sicht von Enercon und erwähnt, dass man seit dem Vorfall begonnen hat, seine Technologien mit eigenen Patenten abzusichern. Die Enercon GmbH und die General Electric Company haben 2004 ihre Patentrechtsstreitigkeiten beigelegt, seit 2004 war damit der amerikanische Markt für Enercon nicht mehr verschlossen.
<ref name=usitc>Bericht der U.S. International Trade Commission</ref>

Rechtsstreit mit Enercon India Ltd.

Im Februar 2011 wurde in einigen Medien von einem Rechtsstreit berichtet, den die Enercon GmbH mit ihrem eigenen, seit 1994 bestehenden indischen Tochterunternehmen ''Enercon India Ltd.'' (EIL) führte und der vor einem indischen Gericht zu ungunsten Enercons entschieden wurde. Enercon hat sich daraufhin völlig vom indischen Markt zurückgezogen.

Es stehen Vorwürfe im Raum, der Geschäftsführer der indischen Tochter, der ehemalige Textilunternehmer ''Yogesh Mehra'' aus Mumbai, habe die Kontrolle über seine Geschäftstätigkeit unterbunden, seit 2005 keine Dividenden mehr an das deutsche Mutterhaus abgeführt, seit 2006 keine testierten Abschlüsse mehr vorgelegt und schließlich mit ungesetzlichen Mitteln die alleinige Verfügungsgewalt über die Tochtergesellschaft an sich gerissen. EIL habe die über Enercon verfügbaren Patente sowie den Markennamen zur eigenen Verwertung geraubt. Zudem wurde ein ehemaliger Enercon-Mitarbeiter im Magdeburger Werk der Industriespionage für EIL überführt und rechtskräftig verurteilt. Vor dem indischem Patentgericht IPAB in Chennai hat EIL auf Freigabe der ansonsten weltweit anerkannten Patente auf zahlreiche Enercon-Kerntechnologien geklagt. Die indischen Richter erklärten zwölf wichtige Enercon-Patente in Indien für unwirksam, mit der Begründung, die Patente würden nicht die notwendige Schöpfungshöhe erreichen. Diese Technologien stehen nun in Indien jedem zur freien Nutzung zur Verfügung. Die deutschen Gesellschafter seien somit ''?faktisch enteignet?'' worden (Zitat Enercon Geschäftsführer ''Hans-Dieter Kettwig'' in der FAZ, 2. Februar 2011). In der Presse wurden Bestechungsvorwürfe erhoben.

Am 28. Januar 2011 waren die Geschehnisse Anlass für eine ?Kleine Anfrage? des Bundestagsabgeordneten Garrelt Duin (SPD, Wahlkreis Aurich ? Emden) an die Bundesregierung zu dem Thema, was diese zum Schutze deutscher Firmen in Indien zu tun gedenke. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Max Stadler, führte daraufhin aus, dass man den Streit beim indischen Handelsministerium vorgebracht habe und dass ähnliche Fälle dem Ministerium bislang nicht bekannt seien. Die Entscheidungen indischer Gerichte wolle man jedoch nicht kommentieren und verwies darauf, dass die Bundesregierung deutschen Unternehmen rate, ?dem Schutz ihrer geistigen Eigentumsrechte auf Auslandsmärkten ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit zu widmen?.

Bis dato (Februar 2012) verwendet EIL auf seiner Homepage den Namen und das Logo Enercons, bewirbt Enercon Windenergieanlagen aus indischer Produktion und berichtet über laufende Projekte, ohne dabei die Firma Enercon in Deutschland zu erwähnen.

Tätigkeitsbereiche

Das Hauptgeschäftsfeld von Enercon stellt der Bau und Vertrieb von Windkraftanlagen dar. Daneben ist Enercon auch noch in weiteren Sektoren wie der Wasserkraft tätig, auch gehören Logistik-Unternehmen für den Transport der eigenen Anlagen zum Konzern.

Windkraftanlagen

Enercon-Windenergieanlagen weisen gegenüber Turbinen der meisten anderen s erreicht. Da der Generatorläufer mit derselben Drehzahl wie der Rotor läuft, ist auch die Anzahl der mechanischen Lastwechsel über die Lebensdauer deutlich geringer. Die Generatordrehzahl (und damit auch die Rotordrehzahl) beträgt je nach Anlagentyp und Windverhältnissen ungefähr 8?60/min, während bei einer Getriebeanlage eine Generatorendrehzahl von etwa 1500/min erreicht wird.

Die Enercon-Anlagen lassen sich optisch leicht von den Anlagen anderer Hersteller unterscheiden. Die Maschinenhäuser (Gondeln) der Anlagen sind seit Baujahr 1995/96 tropfenförmig. Das Design dieser auffallenden Gondel wurde vom britischen Architekten Lord Norman Foster entwickelt, der u.a. auch die Kuppel des Berliner Reichstages entworfen hat. In Deutschland und in vielen anderen Ländern trägt der Turm über dem Fundament farblich abgestufte grüne Ringe, die von unten nach oben immer heller werden. Auf Inseln bietet der Hersteller alternativ eine Abstufung in Blau an, wie sie auf der Insel Borkum umgesetzt wurde. Die NCS-Abstufung (NCS = Natural Color Scheme) soll die Anlagentürme besser in den Horizont integrieren. Die Rotorblätter verfügen als einzige auf dem Markt über Blattspitzen ähnlich den Winglets bei Flugzeugen, die Fachbezeichnung dafür lautet ''Tips''. Weiterhin verzichtet Enercon auf die Nutzung von Permanentmagneten aus Neodym und setzt stattdessen auf fremderregte Ringgeneratoren.<ref name="Windblatt11-02">Windblatt 02/2011</ref>

Enercon baut ausschließlich Onshore-Anlagen und lehnt Offshore-Anlagen wegen des technischen Aufwandes ab.

Wasserkraft

Der Einstieg der Firma Enercon in das Projekt Wasserkraft begann im Jahre 2001. Hierfür wurde eine neuartige Turbine entwickelt, die einerseits auf den Erfahrungen aus der Windkraft aufbaut und andererseits über einen höheren Wirkungsgrad verfügt. Als Pilotprojekt sind im Juni 2009 zwei Turbinen mit insgesamt 2300?kW in Raguhn an der Mulde in Betrieb genommen worden.

Bereits Juni 2007 hatte Enercon bekanntgegeben, das geplante Wasserkraftwerk an der Weserstaustufe bei Bremen-Hemelingen mit zwei Kaplanturbinen mit jeweils 5 Megawatt Nennleistung auszurüsten. Baubeginn war im Mai 2008.<ref name="Wasserkraftwerk"></ref> Am 11. November 2011 ging die Anlage zum ersten Mal für eine dreimonatige Probezeit in Betrieb. Mit ihr sollen jährlich 35.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Es wurden zwei Generatoren vom Typ der E-82 Windkraftanlagen verbaut. Beide zusammen sollen ca. 42 Mio. kWh Strom produzieren. Genug für ca. 17.000 Haushalte, wenn man mit ca. 2500 kWh Stromverbrauch/Haushalt rechnet.

Im Februar 2010 wurde damit begonnen, Generator und Turbine für das Praterkraftwerk in München zu montieren. Der Generator stammt von Enercon, ein zwischengeschaltetes Getriebe ist somit nicht erforderlich. Laufraddurchmesser: ca. 2,3 m, Gewicht der Turbine ca. 30 t, Leistung der Anlage: 2,5 MW, geplanter Energieertrag: ca. 12,7 Mio. kWh pro Jahr.

Meerwasserentsalzungsanlage

Die Enercon-Meerwasserentsalzungsanlage arbeitet basierend auf dem Prinzip der Umkehrosmose (Einsatz von Membranen). Nach Aussage des Herstellers werden dabei keine Chemikalien zum Aufbereiten des Wassers gebraucht. Durch einen patentierten speziellen Aufbau der Anlage soll diese energiesparender und im Betrieb flexibler als andere Umkehrosmose-Meerwasserentsalzungsanlagen sein. Hierdurch sei die Enercon-Anlage besonders energiesparend, umweltfreundlich und durch die Möglichkeit des flexiblen Betriebs gut zur Energieversorgung durch Windenergieanlagen geeignet.

Transport

Enercon verfügt über eine eigene kleine Reederei, die Enercon Shipping GmbH mit Sitz in Aurich. Die Reederei wurde gegründet, nachdem Enercon das vom 25.?Februar 2009, abgerufen 6. April 2010.</ref>

Enercon ist darüber hinaus an der Eisenbahninfrastrukturgesellschaft Aurich-Emden mit 48 Prozent beteiligt, Mehrheitsgesellschafter (51 Prozent) ist die Stadt Aurich.

Enercon und die Öffentlichkeit

Verhältnis zu Gewerkschaften

Enercon wurde vorgeworfen, eine gewerkschaftliche Organisation seiner Mitarbeiter zu verhindern. Gewerkschaftsmitgliedern, die einen Betriebsrat gründen wollten, werde mit Versetzung und Kündigung gedroht.
Es gibt jedoch auch Werke, die über einen Betriebsrat verfügen, wenn auch ? nach Darstellung der IG Metall ? im Falle des Standorts Magdeburg erst nach Anrufung des dortigen Arbeitsgerichts, das die Wahl als rechtskonform einstufte.

Windblatt

Unter dem Namen Windblatt erscheint im Abstand von drei Monaten eine Firmenzeitschrift online und als gedruckte Ausgabe. Themen sind aktuelle Projekte des Unternehmens, Technik und Transport der Enercon-Windenergieanlagen sowie die Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

| Teleskop-seite.de - Nützliche Informationen zum Teleskop.